Kunden können über WBW verschiedene Arten von Bewertungen anfordern, einschließlich Bewertungen von Wohnimmobilien, Gewerbeimmobilien und anderen spezialisierten Bewertungen, die auf ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten sind.
08.01.2026
Eine Immobilienbewertung kann auf verschiedene Weise erfolgen – je nach Art der Immobilie, Verwendungszweck und Marktsituation. Die Wahl des Bewertungsverfahrens hat direkten Einfluss auf das Ergebnis und die Aussagekraft des Gutachtens. In Deutschland sind drei Methoden offiziell anerkannt: das Vergleichswertverfahren, das Ertragswertverfahren und das Sachwertverfahren.
Welche Methode ist die richtige?
📌 Gutachter entscheiden je nach Objekt und Bewertungszweck, welche Methode angewendet wird. Häufig werden mehrere Verfahren kombiniert, um den realistischsten Wert zu ermitteln.
1. Vergleichswertverfahren – Marktpreis basierte Bewertung
Das Vergleichswertverfahren basiert auf realen Verkaufspreisen ähnlicher Objekte in vergleichbarer Lage. Das Verfahren ist besonders marktnah, da es den tatsächlich erzielbaren Preis widerspiegelt.
- Es werden ähnliche Immobilien in der Umgebung analysiert.
- Preisunterschiede zwischen Referenzobjekten und Bewertungsobjekt werden durch Zu- oder Abschläge angepasst.

Anwendung: Vermietete Wohn- und Gewerbeimmobilien
🔹 Wie funktioniert es?
- Die Bewirtschaftungskosten (Verwaltung, Instandhaltung, Leerstandsrisiko) werden abgezogen.
📌 Vorteile: Relevante Methode für Investoren, klare Renditeberechnung
⚠️ Nachteile: Marktveränderungen können die zukünftige Rendite beeinflussen
Beispiel: Ein Mehrfamilienhaus mit 6 vermieteten Wohnungen wird auf Basis der zu erwartenden Mieteinnahmen und der aktuellen Renditeanforderungen bewertet.
3. Sachwertverfahren – Kostenbasierte Bewertung
Das Sachwertverfahren berechnet den Wert einer Immobilie auf Basis der Baukosten und des Grundstückswerts. Es wird oft angewendet, wenn keine geeigneten Vergleichswerte oder Mieteinnahmen vorliegen.
- Der Bodenwert wird anhand von Bodenrichtwerten bestimmt.
- Grundstücks- und Gebäudewert werden addiert, um den Gesamtwert zu ermitteln.
Anwendung: Unbebaute Grundstücke mit Entwicklungspotenzial
🔹 Wie funktioniert es?
- Die gesamten Baukosten, Nebenkosten und eine angemessene Marge werden abgezogen.
📌 Vorteile: Ideal für Projektentwicklungen, ermittelt den maximal rentablen Kaufpreis
⚠️ Nachteile: Stark abhängig von Marktprognosen und Baukostenentwicklungen
Beispiel: Ein Investor plant ein Mehrfamilienhaus. Der erwartete Verkaufserlös beträgt 5 Mio. €, die Baukosten 3 Mio. €. Der Residualwert des Grundstücks liegt bei 2 Mio. €.
5. Beleihungswertverfahren – Wertermittlung für Banken
Das Beleihungswertverfahren wird von Banken verwendet, um den nachhaltigen Wert einer Immobilie als Sicherheit für Kredite zu bestimmen. Es ist konservativer als der Verkehrswert.
- Langfristige Wertstabilität steht im Fokus, nicht der aktuelle Marktpreis.
- Der Beleihungswert liegt oft unter dem Verkehrswert.
Anwendung: Zwangsversteigerungen, Insolvenzen, Notverkäufe
🔹 Wie funktioniert es?
- Je nach Marktlage und Verkaufsdruck werden Abschläge von 10 – 50 % vorgenommen.
📌 Vorteile: Realistische Einschätzung für Banken und Insolvenzverwalter
⚠️ Nachteile: Starker Preisabschlag, oft unter Marktwert
Beispiel: Eine Immobilie mit einem Verkehrswert von 500.000 € soll innerhalb weniger Wochen verkauft werden.
- Liquidationswert = 500.000 € – 30 % = 350.000 €
Fazit